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Stierkampf auf Mallorca – Corridas

Publiziert am 28.07.2013

Im Sommer finden in diesem Jahr zwischen dem 25. Juli und dem 8. August insgesamt vier so genannte „Corridas“ auf der Mallorca statt. Der erste Stierkampf wurde am vergangenen Donnerstag anlässlich der Feier des Schutzheiligen Sant Jaume in Alcudia ausgetragen. Weitere Austragungsorte sind das Coliseo Balear in Palma de Mallorca sowie die Stierkampfarena in Inca, wo die Nachwuchstoreros anlässlich des Festes Sant Abdón an den Start gehen. Die Tiere müssen hierbei glücklicherweise nicht sterben!

Stierkämpfe sind heute auch auf Mallorca sehr selten geworden, da sie nur noch in wenigen Gemeinden gesetzlich erlaubt sind. Sie werden lediglich zu Festen und zur Unterhaltung von Touristen ausgerichtet. Auf dem spanischen Festland, in der Region Katalonien wurden Stierkämpfe zum 1.1.2012 verboten und auch auf den Kanaren wurden die „Corridas“ bereits komplett abgeschafft.

Die Geschichte des Stierkampfes geht weit zurück: Ausgrabungsfunde beweisen, dass es den Stierkampf schon in der Antike gab. In Knossos auf Kreta entdeckte man Wandmalerein und Vasen, die den Kampf mit dem Stier darstellten; sie stammen aus der Zeit etwa 2.000 v. Chr.. Aber auch im frühen Rom war Stierkampf populär. Die Mauren verfeinerten 711 den Kampf, denn sie kämpften als Reiter hoch zu Ross mit Lanzen gegen den Stier. Im 17. und Anfang des 18. Jh. war es noch den Adligen vorbehalten mit Pferd und Lanze zu kämpfen. Unter König Filipe V. wurde im 18. Jh. der Stierkampf zu Hofe verboten, auf dem Land kämpfte man aber weiter, vorzugsweise zu Fuß.

Die heutige Form des Stierkampfes hat seinen Ursprung in der andalusischen Stadt Ronda, bei der Familie Romero. Francisco Romero führte den Estoque (Stoßdegen) und die Muleta (das rote Tuch) ein. Der berühmteste Torero der Familie war Pedro Romero, der bereits mit 15 Jahren seinen ersten Stier tötete. In seiner Laufbahn sollen es mehr als 5.000 Stiere gewesen sein. Das letzt Mal stand er mit knapp 80 Jahren in der Arena. Einer seiner besten Schüler war der Torero Francisco Montes, nach den von ihm aufgestellten Regeln wird noch heute gekämpft:

In Spanien ist das Mindestalter für einen Stierkämpfer 16 Jahre. Der Beginn ist meist spät nachmittags (17h), im Hochsommer 18 Uhr. Zu Beginn ziehen die Matadore mit ihren Helfern in die Arena ein. Zu den Helfern gehören die sog. Picadores und die Banderilleros. Zur Eröffnung des Kampfes ertönt ein Trompetensignal. Daraufhin stürmt der Stier aus seiner Box in die Arena und der erste Akt, der Salida del Toro nimmt seinen Lauf. Dann haben berittenen Picadores ihren Auftritt; sie versuchen den Stier mit den Lanzen in den Nacken zu stoßen. Sie stoßen dem Stier dabei Stäbe, die mit Wiederhaken versehen sind in die Nackenmuskeln, diese bleiben dann dort stecken, damit der Stier an Kraft und Blut verliert. Im letzten Akt, dem Tercio de la Muerte, versucht der Matador den Stier mit einem gezielten Degenstoß zu töten. Dies ist keine leicht Aufgabe, da er genau eine bestimmte Stelle treffen muss. Bevor er sich für den Todesstoß in Stellung bringt, reizt er den Stier mit dem roten Tuch. Ist das Tier getötet wird es aus der Arena gezogen und der Matador bekommt als Trophäe die Ohren des Stiers.

Uns Nord- und Mitteleuropäern fällt es schwer die Begeisterung für das Töten von Tieren zu teilen oder gar zu verstehen. Auch die Tierschutzorganisationen sind verständlicherweise gegen den Stierkampf. Aber trotz eines Umdenkens der Spanier finden jährlich in der Hauptsaison noch etwa 30.000 Tiere in den Arenen den Tod. Aber… der Stierkampf ist letztendlich auch ein Geschäft. Es geht nicht nur darum, dass der Matador eine gute Kampfgage aushandeln kann, auch die Stierzüchter sind darauf bedacht ihre Tier gut zu vermarkten. Auf jedem Plakat findet man neben den Namen des Matadors auch den Namen des Züchter, dessen Tier in der Arena antritt. Die Preise richten sich nach der Klasse der Matadore und dem Rang der Arena. Die Kampfstiere sind meist 3 – 5 Jahre alt und wiegen bis zu 600kg. Bevor ein Tier von Züchter für den Kampf zugelassen wird, wird es geprüft, denn die Züchter lassen nur sehr aggressive und starke Tiere zu.

Außer in Spanien finden auch noch in Portugal, Südfrankreich, Mexiko, Peru, Venezuela und Kolumbien Stierkämpfe statt.

2 Kommentare zu “Stierkampf auf Mallorca – Corridas”

  • Steffi sagt:

    Dies ist ein sehr ambivalentes Thema. Grundsätzlich habe ich großen Respekt vor den eigenen wie vor den Traditionen anderer Völker. Leider fällt es mir sehr schwer, für diese Art „Vergnügen“ Verständnis aufzubringen. Im 21. Jahrhundert, in Zeiten des wachsenden Bewusstseins im Umgang mit tierischen Lebensmitteln, würde ich es begrüßen, wenn man derlei „Volksbelustigungen“ gesetzlich verbieten würde, da man auf entsprechende Einsicht wohl vergeblich hoffen wird. Im gleichen Kontext sehe ich allerdings auch Massentierhaltungen, Wal-Fang, und „Qualzuchten“ (Mops, Bulldogge & Co). Ein wenig mehr Respekt für nichthumanoide Lebensformen würde uns allen gut zu Gesicht stehen. In diesem Sinne „viel Vergnügen“!!!

    • Frauke Nüße sagt:

      Teilt uns eure Gedanken und Stimmungen zum Thema Stierkampf mit… ich persönlich finde es generell traurig, wenn zur Belustigung der Menschen ein Tier mit sienem Leben herhalten muss! Wir sind gespannt auf eine möglicherweise enstehende Diskussion hier….

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