Die Noria - ein Bewässerungsbrunnen
Der Wiederaufbau der alten Noria (ein arabischer Bewässerungsbrunnen aus dem Mittelalter) auf der Finca S'Hort de sa Begura wurde von der Auf nach Mallorca GmbH gefördert. Im 19. Jahrhundert gab es auf Mallorca schätzungsweise 3500 bis 4000 solcher Brunnen. Ein Maultier ging im Kreis um den Brunnen und drehte ein waagerechtes hölzernes Rad, welches ein senkrechtes Rad antrieb. An diesem war ein Seil befestigt, an welchem Schöpfkrüge hingen. Mit diesen wurde das Wasser nach oben befördert. Der steinerne Teil der Noria inklusive der Bewässerungsrinnen ist noch gut erhalten, das Holzwerk und die Schöpfkrüge wurden im Sommer 2010 restauriert. Auf Wunsch vieler Eltern wurde die Noria im Frühjahr 2012 eingezäunt.
Die Noria vor Beginn der Restaurierung im Herbst 2009: Der steinerne Teil, wenn auch total überwuchert, ist noch weitgehend intakt. Man datiert die Noria auf das Jahr 1300 nach Christus.
Januar 2010: Jezt kann man sogar die steinerne Wasserleitung erkennen (rechts), die das nach oben geförderte Wasser in die Felder und Beete leitete.
Oktober 2010: Das ist die selbe Ansicht, nun ist die Noria aber restauriert und sogar betriebsbereit.
Aber gehen wir erst einen Schritt zurück: Diese Aufnahme entstand im Juli 2010. Das Hölzerne Schöpfrad ist montiert.
Juli 2010: Die Bewässerungsrinnen, gut erkennbar: Eine geht nach vorne links, die andere nach rechts.
Juli 2010: Das hölzerne Wasserrad im Detail. Das gesamte Rad und insbesondere die waagerechten Kanthölzer, die später das Seil führen werden, sind aus extrem hartem Holz gefertigt: Aus viele Jahre gelagertem Steineichenholz (mallorquin: encina) und Olivenholz. Die Kanthölzer sind schwer als Stein.
Juli 2010: Die Noria von der anderen Seite betrachtet: Das waagerechte Rad wurde vom Esel im Kreis gedreht. Dieses wiederum drehte das senkrechte Rad.
Oktober 2010: Es ist soweit: Opa Pont präsentiert stolz die restaurierte Noria. Ein Kulturdenkmal der Balearen wurde gerettet.
Die Noria schöpft Wasser! Ab 2011 soll ein Teil des Gemüsegartens wieder wie früher mit dieser Noria bewässert werden.
Die Noria - auf Mallorquin sagt man "la sinia" wurde originalgetreu restauriert. Unseres Wissens ist das die einzige Noria auf Mallorca, die so original restauriert wurde. Die Familie Pont kann zu Recht stolz sein auf ihr Werk!
Jeder der Schöpfkrüge hat ein Loch im Boden. Hier kann man erkennen, dass ein Wasserstrahl aus dem Loch fließt. Gibt es Physiker unter unseren Gästen, die uns erklären können, warum das Loch im Boden nötig ist?
Die erste Runde: Opa Pont führt das Pony "Tomeu" im Kreis. Das Pony ist sehr auf Opa Pont fixiert, von niemand anderem würde es sich blind führen lassen.
Warum blind? Tomeu, das Pony, hat Augenklappen, damit ihm nicht schwindelig wird. Nun, Tomeu muss nur ein paar Runden drehen. Vor 500 Jahren aber mussten die Maultiere tagein und tagaus im Kreis drehen.
Nachdem Tomeu, das Pony, sich an die Runden gewöhnt hat, darf auch sei Sohn Jordi mit Tomeu im Kreis gehen.
Reinhard Randoll (ganz links) schaut zu, wie Jordi mit Tomeu im Kreis geht. Es geht ganz leicht, auch ein Mensch kann im Kreis gehen und die Noria drehen. Warum? Ein kleiner Trick, den wir nicht verraten. Aber, probieren Sie es aus!
Hier noch einmal die drei Stadien in einem Bild: Vor, während und nach der Restaurierung. Wer sich für die Kultur der Balearen interessiert, dem sei die Webseite von Erzherzog Ludwig Salvator empfohlen. Der Österreicher hat vor ca. 150 Jahren auf Mallorca gelebt und ein Meisterwerk geschaffen. Er beschrieb und illustrierte die Kultur und Geografie Mallorcas: www.ludwig-salvator.com Im Buch DIE BALEAREN IN WORT UND BILD, Band 1 Seite 241 bis 244 findet man detaillierte Beschreibungen und Zeichnungen einer solchen Noria: http://www.ludwigsalvator.com/digi/balearen1/ramleh.htm


